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Wir öffnen Türen - Lesen und Schreiben als Schlüssel zur Welt
„Wir können den Menschen neue Türen öffnen“, Mónica Gerber de Kroll ist überzeugt, dass Lesen und Schreiben ein Schlüssel zur Welt ist. Sie ist seit drei Jahren für das Grundbildungszentrum der Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark als Lernbegleitung tätig. Gemeinsam mit Cornelia Brand unterrichtet sie im Lernraum für Erwachsene. Dieser öffnet ab Mai im Familienzentrum am TRollberg neu. Wegen der Umbauarbeiten im Stadtteiltreff Klinke 1 findet das Angebot, das es seit über vier Jahren in Bad Belzig gibt, nun hier statt.
„Ich möchte Menschen unterstützen, die es bisher vielleicht deswegen im Leben nicht leicht hatten, weil sie nicht ausreichend lesen und schreiben konnten“, ergänzt Cornelia Brand. „Ich freue mich darauf, Menschen wieder Freude am Lernen zu vermitteln. Ich bin sicher, dass sie spüren werden, dass das ihr Leben bereichert.“
„Nicht richtig lesen und schreiben zu können ist in Deutschland leider nach wie vor ein Tabu-Thema“, betont Projektleiterin Pia Christ von der Volkshochschule. „Das möchten wir ändern. Gerade weil viele Menschen schlechte Erfahrungen gemacht haben und etwa in der Schule als dumm abgestempelt wurden.“ Es hat aber ganz unterschiedliche Gründe, warum manche Kinder nicht lesen und schreiben lernen. Es liegt beispielsweise an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder an unerkannten Seh- oder Hörschwierigkeiten, mangelnder Unterstützung, Krankheit usw. Es ist aber nicht zu spät. Auch als Erwachsene kann man lesen und schreiben noch lernen.
Der Lernraum ist jeden Mittwochvormittag von 9 bis 12 und jeden Donnerstagnachmittag von 16 bis 19 Uhr geöffnet. „Wir unterstützen beim Lesen und Schreiben, wir helfen bei Briefen oder E-Mails und unterstützen auch am Computer oder am Handy“, erzählt Mónica Gerber de Kroll. „Auch wer sich im Rechnen verbessern will, ist herzlich willkommen.“
„In Deutschland können rund 16 Millionen Menschen nicht richtig lesen und schreiben“, erklärt Pia Christ. „Mehr als die Hälfte ist mit Deutsch als Herkunftssprache aufgewachsen. Aber auch eingewanderte Erwachsene, die noch Schwierigkeiten mit der Schrift haben, können zu uns kommen – wenn sie die deutsche Sprache gut sprechen und verstehen.“
Für alle, die vor allem ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen, bietet die Volkshochschule am Freitagvormittag von 09:30 bis 11:45 Uhr zusätzlich eine Deutschwerkstatt im TRollberg an. Hier werden Geflüchtete, die noch auf den passenden Deutschkurs warten oder es zeitlich nicht schaffen, an einem Kurs teilzunehmen, beim Deutschlernen unterstützt. Geleitet wird das Angebot von Mary-Ann Lehmann, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Wer noch unsicher ist, kann sich gerne vor Ort erst einmal beraten lassen. Der Lernraum im Familienzentrum bietet eine tolle Chance, neue Fähigkeiten zu lernen und andere Menschen in einer ähnlichen Situation kennenzulernen.